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Wenn’s um Mythen geht, ist die Brut nun europaweit aktiv

Wohin führt der Weg der Wolfshäger Hexenbrut noch? Bei einem Computerspiel würde man sagen: Sie haben ein neues Level erreicht. Auf dem Weg zu noch größerer Popularität scheinen die Damen im Schlepptau von Oberhexe Antje Wedde auf ihren Besen mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs zu sein. Erst nahmen sie am berühmten Blumenkorso im holländischen Frederiksoord teil, ihr erster Auslandseinsatz überhaupt, wenige Tage später stand die Chefin der „Besenweiber“ Modell, um als Statue verewigt zu werden, die am Hexentanzplatz Thale ihren Platz bekommt. Was für ein Ritter-, oder besser gesagt, Teufelsschlag.

Und wie schon so oft begann es für die Wolfshägerinnen mit ihrem Lied. Das Video im Internet zu „Schüttel Deinen Speck“ entzückte auch bei den Nachbarn im Westen. Aus den Niederlanden kam die Anfrage, ob die Damen denn nicht Lust hätten, an dem Blumenkorso teilzunehmen. Mit Tausenden Blüten geschmückte Motivwagen werden dabei durch den Ort geschoben – und das Motto in diesem Jahr lautete „Sagen und Mythen“. Ein Thema, wie für die „Weiber“ der Hexenbrut auf den Leib geschneidert. „Natürlich wollten wir diese Herausforderung annehmen. Mit 25 Personen machten wir uns auf den Weg, auch das Knatterfürzchen und der Wolf waren mit von der Partie“, berichtet Oberhexe Antje. Dort liefen sie dann nicht nur bei dem Umzug mit, sondern gestalteten mit ihren Tänzen und Auftritten das Rahmenprogramm. Auch das Übernachten war in diesem Zusammenhang ein kleines Abenteuer. „Wir schliefen in einem benachbarten Dorfgemeinschaftshaus, dem Dorpshuis, auf extra von der Bundeswehr angelieferten Feldbetten.“

Hexenbrut in Holland0001

Nach der Rückkehr waren sie von der ganzen Schau beeindruckt. „Es war zauberhaft. Der Blumenkorso war sehr beeindruckend. Riesige Wagen, gefertigt aus Draht und Styropor, werden mit Tausenden von Dahlien geschmückt“, erzählt die Wolfshäger Oberhexe. Frederiksoord ist nur ein sehr kleiner Ort in Holland mit rund 700 Einwohnern. „Die aber konnten trotz des herrschenden schlechten Wetters 8000 zahlende Gäste verzeichnen. Der Bau der Wagen ist ein enormer Aufwand. Sie werden in einer Halle eingerüstet und am Tag vor dem Korso ab 14 bis um 4 oder 5 Uhr in der Nacht mit den Blüten bestückt“, erzählt sie. Ein Spektakel, das aufgrund der Farbvielfalt vielleicht noch ein Stückchen bunter ist als Walpurgis in der Heimat. Apropos die Nacht der Nächte nach dem letzten Tag des Aprils. Die zunehmende Bekanntheit der Hexenbrut sorgt auch auf einem ganz anderen Gebiet für eine steigende Nachfrage. Die Harzritter, ein Verein zur Förderung des Tourismus sowie zum Schutz der Umwelt in der Region Harz, wandte sich an sie.

Antje Wedde sollte es sein, die für eine Statue am Hexentanzplatz Modell stehen sollte – die Brut kannte man schließlich von diversen Aktionen rund um den Thalenser Tanzplatz. „Das war eine große Ehre für mich“, gesteht sie. Als Outfit wählte sie natürlich das Hexenkostüm, das sie auch im Video zu „Schüttel deinen Speck“ trug“. So machte sie sich auf zur Köhlerei Stemberghaus bei Hasselfelde, wo Motorsägenkünstler mit gekonnten Schnitten einen Harzer Eichenstamm in ihr Ebenbild verwandelten. Die Skulptur soll künftig am Eingangsportal zum Tierpark Thale auf dem Hexentanzplatz stehen – neben dem Blocksberg ist das ja schließlich so etwas wie der Olymp für Hexen.

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Die Hexen sind jetzt Patentanten für einen Wolf

Wolfshagen/Thale. Die Taufe steht noch aus, aber Patentanten sind die Hexen schon: Für einen jungen Wolfsrüden aus dem Thalenser Tierpark hat nämlich die Hexenbrut die Patenschaft übernommen.

Das Besondere: Der Tierparkleiter erzählte, dass der Wolf am Tag der Tage für die Hexen das Licht der Welt erblickt hat – am Walpurgistag, dem 30. April.

„Das war sehr ergreifend, was für ein Zufall oder auch Schicksal?!“, sagt die Wolfshäger Oberhexe Antje Wedde, die stolz die Patenschaftsurkunde präsentiert. Was jetzt folgt, ist klar: „Wir, die 30 Hexen-Tanten, müssen uns für den kleinen Wolf einen schönen Namen ausdenken“, sagt die Anführerin der Brut. Dabei nehmen sie Anregungen gerne auf – Namensvorschläge einfach per Mail an  schicken.

Aber die Wolfshägerinnen führte noch etwas nach Thale zum Hexentanzplatz: Dort feierte die Brut den 50000000. Klick auf ihrer Facebook-Seite. Ihre Feier stieg in der Hexen-Golf-Anlage – Foto-Shooting mit Holzhexen-Skulpturen inklusive. Und die Autorin der Harzer Krimireihe „Im Schatten der Hexen“, Kathrin R. Hotowetz, ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, mit den Hexen zu feiern. „So entstand auch noch ein interessanter und vielversprechender Kontakt“, so Wedde.

Quelle:  Goslarsche Zeitung
Autor:    Andreas Gereke
Fotos:    Uwe Köhler, Ralf Wiegmann,

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Wo Hexen wochenlang für die Walpurgis-Nacht trainieren

Quelle:   Hamburger Abendblatt
Autorin:  dpa

Wolfshagen. Wirre filzige Haare, schwarze Zähne, wulstige Warze auf krummer Nase, das Gesicht giftig-grün oder feurig rot, die Augen aschgrau, quittegelb und lila-schwarz: "Kleine Kinder haben manchmal Angst", sagt Simone Bartjes. Wer der 49-Jährigen und ihren Hexenschwestern mit ihren verwegenen Gewändern, den fulminanten Hüten und den unvermeidlichen Reisigbesen im Dunkeln begegnet, könnte auch als Erwachsener erschauern. Bartjes gehört zur "Wolfshäger Hexenbrut", der wohl bekanntesten Hexengruppe im Harz.

"Sie sind die Besten", schwärmt Burkhard Pahl, der ehrenamtliche Bürgermeister des 2500-Seelen-Ortes am nördlichen Rand des Mittelgebirges. "Im ganzen Harz gibt es keine interessantere Hexentruppe als unsere."

Auch deshalb fiebern die Wolfshäger ihrer Walpurgis-Feier mit Ungeduld entgegen. Die Nacht zum 1. Mai, in der Hexen, Teufel und andere dämonische Gestalten im Harz traditionell ihr Unwesen treiben, ist in den meisten Dörfern und Städtchen des Mittelgebirges der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres.

"Bei uns ist dann der ganze Ort auf den Beinen", sagt Bürgermeister Pahl. "Und wir haben wir viele Gäste, die zum Teil von weit her kommen." Die größte Attraktion zu Walpurgis sind die Aufführungen und Tänze der "Hexenbrut". Knapp 30 Hexenschwestern gehören zu der Gemeinschaft, die seit mehr als einem Jahrzehnt von "Oberhexe" Antje Wedde angeführt wird. Die 50-Jährige ist auch für die Choreographie verantwortlich. "Wir müssen viel üben", sagt Wedde.

Dabei sind Hexenschwestern unermüdlich. Dass an diesem Nachmittag ein eisiger Wind über den Festplatz fegt und Schneeflocken vom Harzer Himmel trudeln, stört die Frauen nicht. "Es macht einfach Spaß", sagt Annette Habig (45), die im Alltag Kräuterwanderungen für Touristen anbietet. Janina Pilka, seit drei Jahren Hexenschwester, findet Tanzen toll. "Außerdem können wir so das Brauchtum erhalten", sagt die Hörgeräte-Akustikerin.

Das Schminken und Kostümieren dauert ein bis zwei Stunden - das Ergebnis ist sehenswert

Für ihr Hobby nehmen die Frauen einiges auf sich. Gesicht schminken, Haare toupieren, die mehrfarbigen Kontaktlinsen einsetzen, Zähne schwärzen, Hakennase anpassen. "Alleine das Verwandeln in eine Hexe dauert eine bis zwei Stunden", sagt Miriam Schröder, die mit 21 Jahren eine der jüngsten Hexen ist.

Und die Metamorphose ist mehr als einmal erforderlich. Denn die "Hexenbrut" ist nicht nur eine lokale Attraktion in der Walpurgisnacht. "Wir sind das ganze Jahr aktiv und haben im Schnitt mehr als 70 Auftritte bei Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Jubiläen", sagt Oberhexe Wedde. Zwischen acht und zwölf Hexenschwestern sind bei jedem Auftritt dabei. Und das mit Erfolg.

"Bessere Botschafterinnen für den Harz und die traditionellen Walpurgis-Feiern gibt es jedenfalls nicht", sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Harzer Tourismusverbandes HTV, Andreas Lemberg. Deshalb lässt der Verband die "Hexenbrut" gerne auch bei Tourismus-Messen agieren.

Neben der Freude am Tanz eint die Wolfshäger Hexenschwestern das Vergnügen, in eine Rolle zu schlüpfen. "Als Hexe hat man eine ganz andere Identität als sonst", sagt Christiane Heinze. "Man verändert sich, wenn man als Hexe auftritt. Man wird selbstbewusster und lockerer." Angst vor den Wolfshäger Hexen müsse aber niemand haben, sagt Simone Bartjes. "Denn wir sind gute Hexen und ganz lieb."

Das sehen wohl auch die Herren in Wolfshagen so. Sonst hätten sie die Frauen sicher nicht als Abteilung "Hexentanz" in den örtlichen Männerturnverein aufgenommen.

(dpa)

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Autorin:  Andrea Leitfeld
Fotos:    Ralf Wiegmann

Wolfshagen. Hexen sind nicht nur zauberhaft sondern auch flexibel. Beides stellten emsige Mitglieder der „Wolfshäger Hexenbrut“ mit einer kurzfristig organisierten Waldwanderung unter Beweis.

Familie Weißflog bei der Wolfshäger HexenbrutAusgelöst worden war die Aktion durch Clara Weißflog aus dem sächsischen Mülsen bei Zwickau, die sich mit ihren Eltern auf einen zauberhaften Urlaub in der Harzer Hexenhochburg gefreut hatte. Vor Ort musste die 11-Jährige aber voller Enttäuschung feststellen, dass gerade während „ihrer“ 14 Urlaubstage keine Hexenwanderung angeboten wird.

Dieser Umstand ließ selbst die gruselige Oberhexe Antje Wedde bis ins graue Hexenherz erschüttern. Heldenmütig schwang sie sich auf ihren Hexenbesen, um eine Handvoll Wolfshäger Hexen aus dem Sommerurlaub herbeizuzaubern.

Kurzfristig machte sie zudem im Namen der Hexenbrut die Wanderung an der Touristeninformation bekannt und zeigte sich selber teuflisch überrascht, dass sich trotz hochsommerlicher Höllenhitze neben der dreiköpfigen Familie Weißflog noch 14 weiter Hexenfreunde, unter anderen aus Treplin (Brandenburg), Süßen bei Göppingen (Baden Württemberg) und einige Langelsheimer Neubürger, am Treffpunkt einfanden.

KnatterfurzDie fast dreistündige Wanderung führte durch den mystisch-zauberhaften Harzer Wald, entlang der Stummeleiche und über den Försterstieg. Am Ende reichte der „Wolf“ Bratwurst und Getränke. Auch eine Mitfahrt auf dem Höllen-Motorrad ermöglichten die Hexen den Gästen als Sondergaudi.

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Autoren: Andreas Gereke und Andrea Leitfeld
Fotos: Ralf Wiegmann

Wolfshagen. Die Wolfshäger und ihre Gäste lassen sich vom miesen Wetter am letzten Apriltag die gute Stimmung nicht vermiesen.

Wolfshäger Hexenbrut und Walpurgis 2015Wie flucht eigentlich eine Hexe? Pfui Schmetterling? Na, egal. Aber zu Walpurgis wären alle Hexenflüche der Höllenwelt anbracht gewesen, weil ein fieser Dauerregen den schönen Fest- und Hexentanzplatz im Gowische-Park in einen gar nicht zauberhaften, rutschigen Morast verwandelte. Pünktlich zum Start der Kinderwalpurgis hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet.

Aber die Wolfshäger Hexenbrut stellte sich der matschigen Herausforderung mit teuflischer Gelassenheit – ebenso wie die Gäste, die dem traurigen Wetter tapfer trotzten. Laut Schätzung des Veranstalters waren es gut 1000 Besucher – weniger als in den Vorjahren.

Jan Abraham als Teufel bei der Wolfshäger HexenbrutAber die, die gekommen waren, waren teuflisch gut gelaunt dabei, als am Abend die Hexenbrut mit dem Höllenmobil ihren Einzug feierte und Lord Luzifer (Jan Abraham) mit seinen beiden musikalischen Gespielinnen (Nadine Geide und Maxi Drechsler) das Publikum stimmgewaltig in seinen Bann zog. Neu war der Tanz der Teufelsbrut um den Hexen-Maibaum: Geschmückt mit bunten Bändern und der Schreck einflößenden Fratze des Wintergeistes bildete er den Mittelpunkt der zweiten Showeinlage, bevor um Mitternacht der Auftritt der Maikönigin die Oberhexe und ihre Teufelsweiber endgültig vom Festplatz verbannte.

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Autor: Andreas Gereke
Fotos: Ralf Wiegmann

Walpurgis 2015 Wolfshagen im HarzWolfshagen. 364 Tage im Jahr lässt Oberhexe Antje Wedde ihre Gedanken um den 365. Tag kreisen – um an diesem Tag, oder besser gesagt der diesem Tag folgenden Nacht, etwas Besonderes bieten zu können

Die Chefin der Wolfshäger Hexenbrut hat Walpurgis im Kopf – und auch dieses Jahr hat sie sich etwas einfallen lassen. In der Nacht der Nächte werden die Hexen erstmals einen Hexen-Maibaum errichten – und mit entsprechender Choreografie darum herum tanzen.

„Jedes Jahr lasse ich mich von den verschiedensten Dingen inspirieren – immer die Frage im Kopf: Taugt so etwas für Walpurgis? Und so einen Hexen-Maibaum gab es noch nicht“, berichtet die Oberhexe. Er stellt auch so etwas wie die Verbindung zu den Feiern am 30.April her, die andernorts stattfinden – die aber nicht Walpurgis, sondern Tanz in den Mai heißen. „Der Wintergeist krönt den Hexen-Maibaum, Bänder in den Frühlingsfarben Grün und Weiß werden von der Spitze herabhängen – und mit ihnen werden die Hexen um den Baum herumwirbeln. So vertreiben wir den Winter und seinen Geist endgültig“, erklärt Wedde.

Schon weitere Ideen

Wintergeist in Wolfshagen im HarzEin Geist, dessen an die alemannische Fastnacht erinnernde Fratze ganz irdisch aus Pappmaschee und Kaninchendraht besteht und die an der Spitze eines rund drei Meter langen Masts steckt. Produzent des Geistes ist Ralf Bongartz – seines Zeichens auch Konstrukteur des Höllenmobils Knatterfürzchen. Dass das neue Element bei den Walpurgisgästen gut ankommt, davon ist er überzeugt. „Ich habe schon Ideen für den Ausbau des Ganzen“, sagt er. Als Wolf verkleidet, steuert er die Maschine und wird dann in der Walpurgisnacht den Hexen-Maibaum auch auf den Festplatz chauffieren.

Die Wolfshäger Walpurgisfeierlichkeiten beginnen auch in diesem Jahr wieder am Nachmittag des 30. April. Um 15 Uhr startet die Kinderwalpurgis mit einem Umzug vom Schulhof zum Festplatz im Gowische Park, wo um 15.30 Uhr das Kinderspaßprogramm beginnt. Vorbereitet haben die Feier Gabriele Wiegmann und ihr zwölfköpfiges Kinderwalpurgisteam. Sie hatten in der Grundschule eine Umfrage unter den Kindern gemacht, um zu erfahren, was sie sich denn wünschen. „Die Antworten waren unter anderem Ponyreiten, Malwettbewerb und eine eigene Maiprinzessin – und das sind jetzt auch alles Programmpunkte der Kinderwalpurgis“, erzählt Wiegmann. Vor Ort ist dann auch der Schulförderverein mit seinem neuen Vorstand aktiv.

Höllische Speisen und Livegesang

Gegen 17.30 Uhr endet das Kinderprogramm – um 19 Uhr beginnt die mystische Walpurgisnacht. DJ Behne heizt dann erst einmal den Gästen ein, für die es höllische Speisen und Getränke gibt. Gegen 20 Uhr fliegt die Wolfshäger Hexenbrut ein, die für Showeinlagen sorgen wird. Unter anderem gibt es auch wieder Live-Gesangseinlagen mit Lord Luzifer und seinen Gespielinnen. Gegen 23.30 Uhr startet das große Mitternachtsspektakel – an dessen Ende die Maikönigin den Wonnemonat begrüßt. Moderator des Spektakels ist Marco Assmann.

Im Laufe des Abends erfolgt auch die Prämierung der besten Wolfshäger Vorgartenhexe. Schon seit einigen Tagen sind über Wolfshagen fast zwei Dutzend „Leasing-Hexen“, wie sie Simone Bartjes nennt, verteilt. Vorbereitet haben die Hexen Mitglieder des Fremdenverkehrsvereins und Freiwillige, die die Puppen ausstopften, anzogen und im Ort verteilten.

Wenn die Walpurgisnacht vorüber ist, ist es mit der Wolfshäger Hexerei aber noch längst nicht vorbei. Ein Teil der Brut war jetzt nämlich zum Thema Walpurgisnacht zu Gast im „Tigerentenclub“. Zu sehen ist das am Samstag, 2. Mai, 10.45Uhr, im Kika sowie am Sonntag 3. Mai, 6 Uhr, auf rbb und um 7.35 Uhr im Ersten.

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10 Jahre Wolfshäger Hexenbrut

Von Antje Wedde

Wolfshäger HexenbrutEnde 2013 feierten die Hexen aus Wolfshagen ihr 10jähriges Bestehen.

Bei einem abwechslungsreichen Cocktail-Abend mit buntem Showprogramm ließen es sich dich Hexen, selbstverständlich auch an diesem Abend in Verkleidung, so richtig gut gehen.

Nach einer kurze Begrüßung durch Oberhexe Antje, die allen Hexenschwestern ihren Dank für jahrelange Treue aussprach und betonte, daß sich die „Wolfshäger Hexenbrut“ mittlerweile ein sehr gutes Image für Wolfshagen erarbeitet hat, wurde sich den Gaumenfreuden am Buffet gewidmet.

Auch ehemalige Hexen und sozusagen die Ur-Hexen, die vor 10 Jahren den Stein des Anstoßes gegeben hatten, daß in Wolfshagen wieder Hexen ums Feuer tanzen sollten, waren geladen.

So gab es einen regen Gedanken- und Ideenaustausch an diesem Abend zwischen alten „Hexenbesen“ und neuen Junghexen.
Das ganze wurde durch Film- und Bildmaterial unterstützt.

Vor 10 Jahren nahm sich Renate Pahl den Hexen an und brachte ihnen die ersten Tanzschritte bei. Davon bekam die jetzige Oberhexe Wind und schloß sich dem Hexenhaufen an. Als dann Renate Pahl aus gesundheitlichen Gründen die Leitung der Truppe abgeben mußte, stellte sich vor ca. 8 Jahren Antje Wedde zur Verfügung
und hat es bis heute nicht bereut, diesen wilden Weiberhaufen zu bändigen.

Damals tanzte man ausschließlich zur Walpurgisnacht ums Feuer.
Einige Jahre später kamen vereinzelt Anfragen von Hotels und anderen Institutionen für einen Auftritt außerhalb von Walpurgis und Wolfshagen hinzu. 

Diese Anfragen steigerten sich von Jahr zu Jahr. Es folgten etliche Fahrten nach Ganderkesee zum Faschingsumzug, nach Esens zur Halloweenmeile und mehrere kleine Auftritte im Fernsehen. Zu den Höhepunkten gehörten der Auftritt in der Harzlandhalle in Ilsenburg für die Sendung „Musik für Sie“ im MDR und ein Dreh mit den Randfichten. Selbstverständlich auch der Besuch des Japanischen Fernsehens in Wolfshagen mit der Moderatorin Mika Sakamoto war ein echtes Highlight.

Zum jetzigen Zeitpunkt bewältigt die Hexenbrut ca. 70 bis 80 Hexen-Aktionen im Jahr.
Ihre Kräuterwanderungen sind sehr gut besucht und zur Walpurgisnacht muß man der Hexenbrut mit ihrem facettenreichen Programm in Wolfshagen einfach einen Besuch abstatten.
2014 wird voraussichtlich das neueste Projekt der Hexenbrut, der Hexen-Chor, an Walpurgis in Aktion treten.

Einige Ideen und Überraschungen bleiben allerdings noch im Verborgenen.
Ferner ist eine zauberhaft mystische Valentinstags-Wanderung mit den Hexen im Rahmen des 7. Harzer KulturWinters geplant. Einzelheiten sind in der Broschüre des HTV ersichtlich, welche in der Tourist-Information in Wolfshagen erhältlich ist.

Die Hexenbrut ist eine super Gruppe mit vielen kreativen Köpfen; Teufel, Wolf und helfende Ehemänner dürfen an dieser Stelle nicht vergessen werden.

 


Am „Highway to Hell“

Von Andreas Gereke

Japan TVWOLFSHAGEN. Jetzt gibt es nicht nur den Sekt – der Wolfshäger Hexenbrut sei Dank, jetzt gibt es auch den Rotkäppchen-Helm. Den musste Mika Sakamoto tragen, eine japanische Fernsehmoderatorin. Denn was die Teufelsbraten aus dem Tölletal so treiben, hat sich bis zum Fernsehen in Fernost herumgesprochen.

In Wolfshagen filmte das Team aus Tokyo die Vorbereitungen der Hexenbrut für ihre Nacht der Nächte, wo sie mit dem Teufel tanzen. Ja, die Hexenhochburg wächst und gedeiht. Im vergangenen Jahr waren sie an insgesamt 60 Aktionen beteiligt – Tendenz steigend.

Mittlerweile 26 Hexen bilden die Brut. Das Walpurgis-Ensemble komplettieren ein Teufel, ein Wolf und eine neue Maikönigin. „Unsere alte Maikönigin Janine Ermrich ist zu einer Hexe mutiert. Nora Schönborn übernimmt an Walpurgis ihren Part“, berichtet „Oberhexe“ Antje Wedde. 

Zu erleben gibt es das Ganze am 30. April beim Walpurgisspektakel des Fremdenverkehrsvereins im Gowische- Park. Los geht es um 15 Uhr mit dem Treffen der kleinen Hexen und Teufel auf dem Schulhof, anschließend steht der dämonische Umzug durch den Ort zum Park an. Dort wartet auf die Kleinen die Kinderwalpurgis mit Hexenspielen, Teufelsfußwerfen, Hexenwarzenspucken und Schminken. 

Ab 19 Uhr heizt DJ Behne dem Abendpublikum ein, auf die Gäste im Park warten höllische Speisen und Getränke.

Ab 20 Uhr stehen Teufelsworte, Hexentänze und Hexengesang mit der Brut auf dem Programm – auf heißen Öfen und zu den Klängen von „Highway to Hell“ halten sie Einzug. Lord Luzifer wird zum Mikrofon greifen und zum Duett mit einer Junghexe bitten. Außerdem wird die beste Vorgartenhexe prämiert.

Gegen 23.30 Uhr beginnt das Mitternachtsspektakel, ehe es um 0 Uhr heißt: „Wir begrüßen den Mai“.


Im Teufelslabyrinth der Untoten

Von Andrea Leifeld

TotengräberWOLFSHAGEN. Mit der Organisation  der 1. Wolfshäger Halloween-Party rund um das Schützenhaus  bescherte die Hexenbrut des MTV und  deren „Oberteufel“ Jan Abraham zahllosen Gästen und Gruselfreunden  bereits am Samstag ein wahrhaft teuflisches Vergnügen. Jan

Reichen die abgehackten Finger als Snack für alle Gäste? Ist die Blutlache nicht doch zu dick aufgetragen? Oder: Wie sieht „Hexenkotze“ am ekligsten aus?

Hach ja – es gibt viele Gedanken, die kleine und große Gruselmeister in Vorbereitung eines  deftigen Halloween-Spaßes plagen: Primär dürfte auch die Frage sein: Woher bekomme ich einen Sarg? Von jemanden, der ihn nicht mehr braucht? Schwierig. Aber selber bei aussichtslos erscheinenden Aufgaben  hat „Oberteufel“ Jan Abraham eine Lösung parat und präsentiert eine eben solch hölzerne Totenkiste im hauseigenen Grusellabyrinth, vis-á-vis des 
als Gruselhaus umgestalteten Schützenheims.Spinnen

Im „Gruselhaus“ selbst erleben kleine und große Halloweenfreunde einen gruseligen Spielespaß – zumindest jenen Mutigen, die den Schritt durch die höllische Eingangstür wagen, die durch die Attacken einer grässlich-große Spinne „bewacht“ wird. Erst nach diesem entscheidenden Schritt  offenbart sich mit dem einwickelnden Mumientanz, Heckensuppe-Spucken und  dem Basteln  von „Kartoffel-Spinnen“ ein eher unbekannter Partyspaß. 

Mumie„Stößchen!“ lädt die gruselige Wolfshäger Oberhexe Antje Wedde soeben zum gruseligen Würmer-Trank. Zuvor füllte sie  blutigen Eiter ins Glas – selbstgemachten Eierlikör mit Sirup-Spritzern. „Die Hexenbrut  hat sogar einen Auftritt abgesagt um heute diesen Halloweenspaß für die Wolfshäger ausrichten zu können.“ Unter allen Gästen erwählte der Wolfshäger Hexenrat  das schönste Kinderkostüm. Keine leichte Aufgabe, in den bunten Treiben kommender  Halloweentalente. Dem Sieger steht am heutigen Halloweentag (Montag, 31.Oktober) noch verhexter Besuch ins Haus…Schminken

Zurück im Grusellabyrinth, das erste mit einbrechender Dämmerung seine (Garten-) Pforte öffnete: Die Story auf einem nachgebauten Friedhof beginnend, führte Jan Abraham in zehn aufregenden „Kammern“  durch das „untote“ Leben der Elinore Stotch. Alle „erfolgreichen“  Labyrinth-Besucher erwartete am Ausgang nicht nur die Lösung diese tragischen Geisterkrimis sondern auch die eingangs erwähnten angehakten-Snack-Finger und die „Hexenkotze“. Das Getränk aus grüner Brause und Roter-Grütze-Plocken schmeckt übrigens teuflisch gut….



Wolfshäger Hexenbrut als Hochschulthema

von Andreas Gereke

WOLFSHAGEN. Blitzlichtgewitter und dämonisches FauDie Wolfshäger Hexenbrut hat sich für das Fotoshooting neben einer Kuh in Position gebracht. Foto: Gerekechen zwischen Kühen:
Für seine Semesterarbeit zum Thema „Mythen im Harz“ fotografierte ein Student der Braunschweiger Hochschule für bildende Künste die Wolfshäger Hexenbrut gemeinsam mit Harzer Rotvieh. Die anfängliche beiderseitige Skepsis bei Kuh und Hexe ließ Züchter Josef Spahn durch gutes Zureden schnell verfliegen.

Dass der angehende Kommunikationsdesigner Carsten Brand mit den Hexen auf der Koppel stand, war ein Werk des Teufels. Jan Abraham, er mimt den Teufel der Hexenbrut, hatte den Kontakt zu dem Studenten hergestellt – und Züchter Spahn war für die Fotoidee sofort Feuer und Flamme.

Oberhexe Antje Wedde lieferte derweil die Erklärung für die besondere Beziehung von Hexen und Kühen. „In der Walpurgiszeit schmückten die Bauern ihren Stall mit Weißdorn. Das sollte Hexen abwehren. Denn wenn sich die Milch einer Kuh nicht zu Butter verarbeiten ließ, besagte ein alter Aberglaube, dass das Tier dann von einer Hexe besessen ist“, erläuterte sie. Lohn für die Mühen der Wolfshägerinnen: Die Hexenbrut bekommt auf diesem Weg auch Bildmaterial für ihren neuen Kalender.


Wolfshagens Hexenbrut als Exportschlager

von Andreas GerekeHalloween in Esens

Dieser Einsatz war für die Hexen genau der richtige Zeitvertreib bis zur nächsten Walpurgisnacht. Die Hexenbrut samt Gefolge, das aus Teufel, Graf Dracula, Hexen-Doktor, hauseigenem Schlachter und Zombie besteht, war am Wochenende Teil der „Halloweenmeile“ in Esens. Nach Ostfriesland eingeladen hatte sie der Stadtmanager von Esens, der auf die Brut durch den Fernsehbericht über den Hexenkalender aufmerksam geworden ist.

Halloween in EsensGrinsende Kürbisfratzen, gruselige Skelette und – dank der Wolfshäger – geifernde Hexen: Esens feierte die Schauernacht ganz groß. Rund 10 000 Besucher strömten zur langen Einkaufsnacht samt Gruselprogramm in die Innenstadt, über die Riesenspinne und Riesenfledermaus kreisten. „Wir waren als Walk-Act in der Fußgängerzone und für eine Tanzeinlage auf der Bühne engagiert“, berichtet Oberhexe Antje Wedde.

Sie ist auch noch Tage danach davon beeindruckt, wie alle Halloween in EsensEinzelhändler mitzogen und schaurig-schön die eigenen Läden dekorierten. „Eine Konditorei stellte Halloween-Torten in Form von abgehackten Händen, Füßen und Fingern oder Spinnenkuchen her. Das war genau das Richtige für die Hexen. Lecker“, sagt sie freudig.

Halloween in Esens


„Wir machen solche Fahrten aus Spaß an der Freude“, sagt sie. Geld bekamen sie nicht – das Hexen-Honorar bestand in Esens aus Vollverpflegung. „So knüpfen wir Kontakte und machen Werbung für Wolfshagen.“ Ihr Fazit: „Halloween ist eine tolle Walpurgis-Alternative für Hexen.“


Sternwanderung in Lautenthal

von Susanne Fricke

In hunderte zufriedene Gesichter blickte der Harzklub Lautenthal als diesjähriger Ausrichter der Sternwanderung.

Während einige Wanderer aus den umliegenden Ortschaften den Weg nach Lautenthal direkt meisterten, bot der Harzklub für die angereisten Gäste vier geführte Wanderungen unterschiedlicher Länge an. Die längste Strecke führte die Besucher mit 14 Kilometern um die Innerstetalsperre. Für weniger Geübte ging es elf Kilometer zum Maaßener Gaipel", acht Kilometer „Zur schönen Aussicht“ oder knapp fünf Kilometer zum kleinen Bromberg. Durch den Ort führte Ernst Jago zudem eine Gruppe und gab Informationen zum Ort und Bergbau.

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Nach der Begrüßung durch die Heimatgruppe Neuekrug-Hahausen und einem Gottesdienst reihten sich die musikalischen Unterhaltungen im Kurpark aneinander.

Nach dem Auftritt des Musikkorps Hans-Heinrich-Hütte aus Langelsheim sorgten die Wolfshäger Hexen für Stimmung. Nach einem temporeichen Hexentanz entführten sie die Zuschauer zur Polonäse um den Tanzplatz. Noch bevor sie wussten, wie ihnen geschah, fanden sich fünf Personen plötzlich als Anwärter für ein Hexendiplom vor der Bühne. Vor aller Augen erlernten sie von den Zauberweibern das Hexen-Einmaleins und das Fliegen auf dem Besen. Mystische Kräfte weckte die Hexensalbe. Zur Belohnung gab es schließlich das Hexendiplom.

In den traditionellen Trachten begeisterten die fröhlichen Harzgebirgler aus Seesen das Publikum. Viele Wanderer stimmten begeistert in das „Wanderliederpotpourri“ ein. Mit den eintreffenden Wandergruppen wuchs ständig die Besucherzahl, die sich bis zum frühen Nachmittag auf rund 800 Menschen steigerte.

An den verschiedenen Ständen gab es neben vielen Informationen rund um das Thema Harzklub und Wandern auch verschiedene Accessiores zum Einkauf. Der Bergwerks- und Geschichtsverein war mit einem Miniatur-Pochwerk und Schnitzereien vertreten.

Mit Autogrammen und seinem persönlichen Stempel signierte „Brocken-Benno“ Schmidt seine Bücher. Täglich legt der Senior mindestens 12 Kilometer auf den Brocken zurück. 82300 Kilometer hatte er am Samstag nach seinem 6113. Aufstieg geschafft. Für den Sonntag hatte er sich entschuldigt: „Die vermissen mich sonst alle dort.“ Auch der Autor Rainer Dittmann stand vor Ort mit seinen Büchern für Gespräche zur Verfügung.

„Wie könnte man im Harz und im Harzvorland wandern, gäbe es nicht ein umfangreiches Wanderwegenetz, die Beschilderung an der richtigen Stelle und eine Wanderkarte in der Hand“, sagte Dr. Michael Ermrich, Landrat des Landkreises Harz und seit 1995 Hauptvorsitzender des Harzklubs. Um dies zu gewährleisten, seien tagtäglich viele ehrenamtliche Mitglieder des Harzklubs im Einsatz.

Mit seiner Gründung im Jahr 1886 stellte sich der Harzklub das Ziel, die vorhandenen Wege herzurichten und neue Wanderwege zu planen, um Einheimischen und Besuchern die Schönheiten des Harzes zu erschließen. Heute bietet der Harzklub ein reichhaltiges in der freien Landschaft. Die Erstellung, Unterhaltung und Markierung von Wanderwegen erfolgt nach einheitlichen Richtlinien und unter Berücksichtigung schutzwürdiger Bereiche in ehrenamtlicher Arbeit. 

„Wer uns in einem Leserbrief mangelnde Beschilderung und schlechte Wege vorwirft, den frage ich, wie sich diese Person in der Gemeinde engagiert, in der sie lebt“, kritisierte Ermrich, der zugleich über den Tag der Deutschen Einheit auf dem Brocken informierte: Der Hexenstieg als Symbol für die Zusammenarbeit zwischen Seesen und Thale und das „Grüne Band“, das die Erinnerung an die Teilung wachhalten soll, kreuzen sich auf unserem höchsten Berg. Dort soll am 3. Oktober der friedlichen Öffnung der Brockenmauer vor 20 Jahren gedacht werden.

„Die Freude war groß, als unsere Harzklubvorsitzende, Marianne Etzrodt, uns im vergangenen Herbst über die Sternwanderung in unserem Ort informierte“, sagte Ortsbürgermeisterin Ute Dulas und lobte die umfangreichen Planungsarbeiten.

Um 15 Uhr folgte mit der Ausgabe der Wimpelbänder der langersehnte Höhepunkt.

Die nächste Sternwanderung ist im September des kommenden Jahres in Lerbach bei Osterode geplant.


Kompliment der etwas anderen Art

„Du siehst echt krank aus“, loben Wolfshäger Hexen ihre Kollegin nach der Schmink-Sitzung – Auftritt im MDR

Astrid Ermrich

Von Andrea Leifeld

WOLFSHAGEN. Hexen mit schwingenden Besen sausen durch die Turnhalle – dazu wisperndes Stimmengewirr. Von der viel gerühmten Harzer Gemütlichkeit war Mittwoch keine Spur. Die Proben für den MDR-Fernsehauftritt in der Sendung „Musik für Sie“liefen auf Hochtouren.

Knisternde Spannung liegt in der Luft. „Halt ihr steht seitenverkehrt– die Kamera wäre da drüben.“ Luzifers schmetternde Stimme lässt den stürmischen Hexentanz abrupt enden. „Es ist zwar bereits unser dritter Auftritt im Fernsehen, aber aufgeregt sind wir noch immer“, verrät Oberhexe Antje Wedde. 

Also: Richtungsänderung nach Luzifers Anweisung. Zwei hexenlose Schuhe und ein Bastkorb markieren die Bühnenfläche und ein Stapel blauer Turnmatten den Platz, wo die Hohegeißer Band „90 Grad“ den „Hexenpunsch“ zum Auftritt spielen wird. Und weiter geht der Hexentanz. 

Aufmerksam wurde der MDR Fernsehsender durch eine Präsentation der Wolfshäger Hexenbrut auf der Tourismus-Messe in Leipzig. „Wir wollen ganzjährig den Harz präsentieren – und nicht nur zur Walpurgisnacht“, erklärt die Oberhexe weiter. 

Bei der Absicht ist es verständlich, dass jede der 23 Hexenbrut-Hexen zu einer individuellen Persönlichkeit im Showtreiben heranreifte. Nachwuchssorgen hat die verzaubernde Gruppe nicht: Mit Tanja Müller und Nadine Geide werden auch zwei Junghexen auf der Bühne der Harzlandhalle stehen. 

„Jede Hexe besitzt zwei bis drei Kostüme, die sie meist auch selbst geschneidert hat.“ Nicht nur in den Nächten vor besonderen Auftritten wird da schon mal bis weit nach Mitternacht die Nähnadel benutzt. Aber was wäre eine wahre Wolfshäger Hexenbrut-Hexe ohne ein gekonnt grottiges Aussehen? 

Das ist die Stelle, an der Hobby-Visagist und Berater Jan Abraham die Turnhalle betritt. Wie man eine Frau binnen Sekunden in eine Furie verwandelt, wissen sicherlich die meisten Männer. Aber aus einer Frau in 20 Minuten eine Wolfshäger Hexe zu machen – das ist Kunst. 

Abraham beherrscht diese Kunst. Und er gibt gerne Tipps: „Falten immer in braun schminken – das wirkt natürlicher als schwarz.“ Wenn er zum Make-up greift, sind Botox und Facelifting ungenannte Fremdwörter. „Schminkt die Augenpartie niemals schwarz. Dann seht ihr aus wie 
in Uhu.“ Make up immer tupfen und niemals schmieren. Und durch Schwamm-Tupfer lassen sich herrliche Hautunreinheiten darstellen, gibt er den Mädels mit auf den Weg. 

Am Tage der Fernsehaufzeichnung werden sich wegen des Zeitfaktors – alle Hexen selber schminken müssen. Nach 20-minütiger Intensivbehandlung ist „Opfer“ Astrid Ermrich (46) um sichtbare 40 Jahre gealtert. „Ich hoffe, das ist kein Permanent Make-Up“, kommen ihr beim Blick in den Spiegel erste Zweifel. „Astrid, du siehst echt krank aus“ – jubeln die anderen Hexen. Das ist in diesem Fall ein echtes Kompliment.


Harzfest in Hahnenklee:
Hexen, Höhenvieh und Harzer Heimatklänge

HAHNENKLEE. Wer Höhenvieh Katja und Wille streicheln möchte, sich beim Schabernack mit der Wolfshäger Hexenbrut so richtig wohlfühlt oder einfach nur schwungvolle Abba-Rhythmen im Kurpark hören will, ist in Hahnenklee genau richtig. Der Oberharzer Kurort lädt für Samstag und Sonntag zum 18. Harzfest ein.

Hexe Astrid

„Dieses Harzfest wird ein fulminantes Fest“, hatte Michael Bitter, Chef der ausrichtenden Hahnenklee Tourismus Marketing (HTM), bereits vorab im GZ-Interview verkündet. Mehr als 70 Stände, die besondere Angebote aus dem Harz präsentieren, dazu am Samstag ein spätabendliches Höhenfeuerwerk vor der Kurteich-Kulisse und am Sonntag der Harzer Jodelwettstreit, der ebenfalls 
neu im Programm ist – die Organisatoren sehen nicht nur in diesen Punkten mehr als ein Trostpflaster für das Streichen des traditionellen Festumzuges.

Neben den zahlreichen vor allem musikalischen Angeboten hat die HTM auch für Spaß rund ums 
Fest gesorgt. So soll die Wolfshäger Hexenbrut am Samstag ab 12 Uhr dem einen oder anderen Besucher einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen. Mit einem guten halben Dutzend Langnasen will Oberhexe Antje Wedde erscheinen – und die beiden Gefährte „Höllenwolf“ und „Knatterfürzchen“ sind auch dabei.

Aus Langelsheim schauen Kuh Katja und ihr im Juni geborenes Kalb Wille vorbei. Besitzer Josef Spahn hat tatkräftig geholfen, das Rote Harzer Höhenvieh vor d

em Aussterben zu bewahren. Mittlerweile ist seine Herde auf 18 Tiere angewachsen. Das Hahnenklee-Duo freut sich auf Streicheleinheiten.

Was ist sonst noch im Angebot? Die Harzer Schmalspurbahn schickt ihre Kinder-Dampfeisenbahn, damit sich der Nachwuchs einmal als Lokführer versuchen kann. Das Team vom Rammelsberger Bergbaumuseum zeigt, wie früher das Münzprägen funktioniert hat – wenn Gelddrucken doch auch so einfach wäre. Der Harzer Knappenverein und das Technische Hilfswerk aus Goslar haben einen Türstock im Gepäck – die Holzkonstruktion diente zur Absicherung der Stollen.

Auf dem mobilen Barfußpfad des Nationalparks Harz können Besucher mit verbundenen Augen wandeln und raten, auf welchem Untergrund sie sich gerade bewegen. Einen Harvester stellt die Truskaller GmbH zur Besichtigung aufs Gelände. Ein Schminkteam zaubert den kleinen Besuchern viel Farbe ins Gesicht – eben ein buntes Fest.

Quelle: Goslarsche Zeitung vom 30.07.2010 von  Frank Heine

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Walpurgis mit Gisele,"beFour" und Teufels-Gefährt

Walpurgis 2009

Walpurgis mit Gisele,„beFour“ und Teufels-Gefährt

Hexen wird es überall im Harz geben. Und in Wolfshagen hat die heimische Hexentanzgruppe ein extra angefertigtes Gefährt vorgestellt: Es wird in der Walpurgisnacht den Teufel beim Hexenfest im Wolfshäger Kurpark vorfahren.

Quelle: Goslarsche Zeitung vom 17.04.2009 von  Andreas Gereke, 
Foto:    WebGoTec