Im Teufelslabyrinth der Untoten
Von Andrea Leifeld
WOLFSHAGEN. Mit der Organisation der 1. Wolfshäger Halloween-Party rund um das Schützenhaus bescherte die Hexenbrut des MTV und deren „Oberteufel“ Jan Abraham zahllosen Gästen und Gruselfreunden bereits am Samstag ein wahrhaft teuflisches Vergnügen. 
Reichen die abgehackten Finger als Snack für alle Gäste? Ist die Blutlache nicht doch zu dick aufgetragen? Oder: Wie sieht „Hexenkotze“ am ekligsten aus?
Hach ja – es gibt viele Gedanken, die kleine und große Gruselmeister in Vorbereitung eines deftigen Halloween-Spaßes plagen: Primär dürfte auch die Frage sein: Woher bekomme ich einen Sarg? Von jemanden, der ihn nicht mehr braucht? Schwierig. Aber selber bei aussichtslos erscheinenden Aufgaben hat „Oberteufel“ Jan Abraham eine Lösung parat und präsentiert eine eben solch hölzerne Totenkiste im hauseigenen Grusellabyrinth, vis-á-vis des als Gruselhaus umgestalteten Schützenheims.
Im „Gruselhaus“ selbst erleben kleine und große Halloweenfreunde einen gruseligen Spielespaß – zumindest jenen Mutigen, die den Schritt durch die höllische Eingangstür wagen, die durch die Attacken einer grässlich-große Spinne „bewacht“ wird. Erst nach diesem entscheidenden Schritt offenbart sich mit dem einwickelnden Mumientanz, Heckensuppe-Spucken und dem Basteln von „Kartoffel-Spinnen“ ein eher unbekannter Partyspaß.
„Stößchen!“ lädt die gruselige Wolfshäger Oberhexe Antje Wedde soeben zum gruseligen Würmer-Trank. Zuvor füllte sie blutigen Eiter ins Glas – selbstgemachten Eierlikör mit Sirup-Spritzern. „Die Hexenbrut hat sogar einen Auftritt abgesagt um heute diesen Halloweenspaß für die Wolfshäger ausrichten zu können.“ Unter allen Gästen erwählte der Wolfshäger Hexenrat das schönste Kinderkostüm. Keine leichte Aufgabe, in den bunten Treiben kommender Halloweentalente. Dem Sieger steht am heutigen Halloweentag (Montag, 31.Oktober) noch verhexter Besuch ins Haus…
Zurück im Grusellabyrinth, das erste mit einbrechender Dämmerung seine (Garten-) Pforte öffnete: Die Story auf einem nachgebauten Friedhof beginnend, führte Jan Abraham in zehn aufregenden „Kammern“ durch das „untote“ Leben der Elinore Stotch. Alle „erfolgreichen“ Labyrinth-Besucher erwartete am Ausgang nicht nur die Lösung diese tragischen Geisterkrimis sondern auch die eingangs erwähnten angehakten-Snack-Finger und die „Hexenkotze“. Das Getränk aus grüner Brause und Roter-Grütze-Plocken schmeckt übrigens teuflisch gut….
Wolfshäger Hexenbrut als Hochschulthema
von Andreas Gereke
WOLFSHAGEN. Blitzlichtgewitter und dämonisches Fau chen zwischen Kühen: Für seine Semesterarbeit zum Thema „Mythen im Harz“ fotografierte ein Student der Braunschweiger Hochschule für bildende Künste die Wolfshäger Hexenbrut gemeinsam mit Harzer Rotvieh. Die anfängliche beiderseitige Skepsis bei Kuh und Hexe ließ Züchter Josef Spahn durch gutes Zureden schnell verfliegen.
Dass der angehende Kommunikationsdesigner Carsten Brand mit den Hexen auf der Koppel stand, war ein Werk des Teufels. Jan Abraham, er mimt den Teufel der Hexenbrut, hatte den Kontakt zu dem Studenten hergestellt – und Züchter Spahn war für die Fotoidee sofort Feuer und Flamme.
Oberhexe Antje Wedde lieferte derweil die Erklärung für die besondere Beziehung von Hexen und Kühen. „In der Walpurgiszeit schmückten die Bauern ihren Stall mit Weißdorn. Das sollte Hexen abwehren. Denn wenn sich die Milch einer Kuh nicht zu Butter verarbeiten ließ, besagte ein alter Aberglaube, dass das Tier dann von einer Hexe besessen ist“, erläuterte sie. Lohn für die Mühen der Wolfshägerinnen: Die Hexenbrut bekommt auf diesem Weg auch Bildmaterial für ihren neuen Kalender.
Wolfshagens Hexenbrut als Exportschlager
von Andreas Gereke
Dieser Einsatz war für die Hexen genau der richtige Zeitvertreib bis zur nächsten Walpurgisnacht. Die Hexenbrut samt Gefolge, das aus Teufel, Graf Dracula, Hexen-Doktor, hauseigenem Schlachter und Zombie besteht, war am Wochenende Teil der „Halloweenmeile“ in Esens. Nach Ostfriesland eingeladen hatte sie der Stadtmanager von Esens, der auf die Brut durch den Fernsehbericht über den Hexenkalender aufmerksam geworden ist.
Grinsende Kürbisfratzen, gruselige Skelette und – dank der Wolfshäger – geifernde Hexen: Esens feierte die Schauernacht ganz groß. Rund 10 000 Besucher strömten zur langen Einkaufsnacht samt Gruselprogramm in die Innenstadt, über die Riesenspinne und Riesenfledermaus kreisten. „Wir waren als Walk-Act in der Fußgängerzone und für eine Tanzeinlage auf der Bühne engagiert“, berichtet Oberhexe Antje Wedde.
Sie ist auch noch Tage danach davon beeindruckt, wie alle Einzelhändler mitzogen und schaurig-schön die eigenen Läden dekorierten. „Eine Konditorei stellte Halloween-Torten in Form von abgehackten Händen, Füßen und Fingern oder Spinnenkuchen her. Das war genau das Richtige für die Hexen. Lecker“, sagt sie freudig.

„Wir machen solche Fahrten aus Spaß an der Freude“, sagt sie. Geld bekamen sie nicht – das Hexen-Honorar bestand in Esens aus Vollverpflegung. „So knüpfen wir Kontakte und machen Werbung für Wolfshagen.“ Ihr Fazit: „Halloween ist eine tolle Walpurgis-Alternative für Hexen.“
Sternwanderung in Lautenthal
von Susanne Fricke
In hunderte zufriedene Gesichter blickte der Harzklub Lautenthal als diesjähriger Ausrichter der Sternwanderung.
Während einige Wanderer aus den umliegenden Ortschaften den Weg nach Lautenthal direkt meisterten, bot der Harzklub für die angereisten Gäste vier geführte Wanderungen unterschiedlicher Länge an. Die längste Strecke führte die Besucher mit 14 Kilometern um die Innerstetalsperre. Für weniger Geübte ging es elf Kilometer zum Maaßener Gaipel", acht Kilometer „Zur schönen Aussicht“ oder knapp fünf Kilometer zum kleinen Bromberg. Durch den Ort führte Ernst Jago zudem eine Gruppe und gab Informationen zum Ort und Bergbau.

Nach der Begrüßung durch die Heimatgruppe Neuekrug-Hahausen und einem Gottesdienst reihten sich die musikalischen Unterhaltungen im Kurpark aneinander.
Nach dem Auftritt des Musikkorps Hans-Heinrich-Hütte aus Langelsheim sorgten die Wolfshäger Hexen für Stimmung. Nach einem temporeichen Hexentanz entführten sie die Zuschauer zur Polonäse um den Tanzplatz. Noch bevor sie wussten, wie ihnen geschah, fanden sich fünf Personen plötzlich als Anwärter für ein Hexendiplom vor der Bühne. Vor aller Augen erlernten sie von den Zauberweibern das Hexen-Einmaleins und das Fliegen auf dem Besen. Mystische Kräfte weckte die Hexensalbe. Zur Belohnung gab es schließlich das Hexendiplom.
In den traditionellen Trachten begeisterten die fröhlichen Harzgebirgler aus Seesen das Publikum. Viele Wanderer stimmten begeistert in das „Wanderliederpotpourri“ ein. Mit den eintreffenden Wandergruppen wuchs ständig die Besucherzahl, die sich bis zum frühen Nachmittag auf rund 800 Menschen steigerte.
An den verschiedenen Ständen gab es neben vielen Informationen rund um das Thema Harzklub und Wandern auch verschiedene Accessiores zum Einkauf. Der Bergwerks- und Geschichtsverein war mit einem Miniatur-Pochwerk und Schnitzereien vertreten.
Mit Autogrammen und seinem persönlichen Stempel signierte „Brocken-Benno“ Schmidt seine Bücher. Täglich legt der Senior mindestens 12 Kilometer auf den Brocken zurück. 82300 Kilometer hatte er am Samstag nach seinem 6113. Aufstieg geschafft. Für den Sonntag hatte er sich entschuldigt: „Die vermissen mich sonst alle dort.“ Auch der Autor Rainer Dittmann stand vor Ort mit seinen Büchern für Gespräche zur Verfügung.
„Wie könnte man im Harz und im Harzvorland wandern, gäbe es nicht ein umfangreiches Wanderwegenetz, die Beschilderung an der richtigen Stelle und eine Wanderkarte in der Hand“, sagte Dr. Michael Ermrich, Landrat des Landkreises Harz und seit 1995 Hauptvorsitzender des Harzklubs. Um dies zu gewährleisten, seien tagtäglich viele ehrenamtliche Mitglieder des Harzklubs im Einsatz.
Mit seiner Gründung im Jahr 1886 stellte sich der Harzklub das Ziel, die vorhandenen Wege herzurichten und neue Wanderwege zu planen, um Einheimischen und Besuchern die Schönheiten des Harzes zu erschließen. Heute bietet der Harzklub ein reichhaltiges in der freien Landschaft. Die Erstellung, Unterhaltung und Markierung von Wanderwegen erfolgt nach einheitlichen Richtlinien und unter Berücksichtigung schutzwürdiger Bereiche in ehrenamtlicher Arbeit.
„Wer uns in einem Leserbrief mangelnde Beschilderung und schlechte Wege vorwirft, den frage ich, wie sich diese Person in der Gemeinde engagiert, in der sie lebt“, kritisierte Ermrich, der zugleich über den Tag der Deutschen Einheit auf dem Brocken informierte: Der Hexenstieg als Symbol für die Zusammenarbeit zwischen Seesen und Thale und das „Grüne Band“, das die Erinnerung an die Teilung wachhalten soll, kreuzen sich auf unserem höchsten Berg. Dort soll am 3. Oktober der friedlichen Öffnung der Brockenmauer vor 20 Jahren gedacht werden.
„Die Freude war groß, als unsere Harzklubvorsitzende, Marianne Etzrodt, uns im vergangenen Herbst über die Sternwanderung in unserem Ort informierte“, sagte Ortsbürgermeisterin Ute Dulas und lobte die umfangreichen Planungsarbeiten.
Um 15 Uhr folgte mit der Ausgabe der Wimpelbänder der langersehnte Höhepunkt.
Die nächste Sternwanderung ist im September des kommenden Jahres in Lerbach bei Osterode geplant.
Kompliment der etwas anderen Art
„Du siehst echt krank aus“, loben Wolfshäger Hexen ihre Kollegin nach der Schmink-Sitzung – Auftritt im MDR

Von Andrea Leifeld
WOLFSHAGEN. Hexen mit schwingenden Besen sausen durch die Turnhalle – dazu wisperndes Stimmengewirr. Von der viel gerühmten Harzer Gemütlichkeit war Mittwoch keine Spur. Die Proben für den MDR-Fernsehauftritt in der Sendung „Musik für Sie“liefen auf Hochtouren.
Knisternde Spannung liegt in der Luft. „Halt ihr steht seitenverkehrt– die Kamera wäre da drüben.“ Luzifers schmetternde Stimme lässt den stürmischen Hexentanz abrupt enden. „Es ist zwar bereits unser dritter Auftritt im Fernsehen, aber aufgeregt sind wir noch immer“, verrät Oberhexe Antje Wedde.
Also: Richtungsänderung nach Luzifers Anweisung. Zwei hexenlose Schuhe und ein Bastkorb markieren die Bühnenfläche und ein Stapel blauer Turnmatten den Platz, wo die Hohegeißer Band „90 Grad“ den „Hexenpunsch“ zum Auftritt spielen wird. Und weiter geht der Hexentanz.
Aufmerksam wurde der MDR Fernsehsender durch eine Präsentation der Wolfshäger Hexenbrut auf der Tourismus-Messe in Leipzig. „Wir wollen ganzjährig den Harz präsentieren – und nicht nur zur Walpurgisnacht“, erklärt die Oberhexe weiter.
Bei der Absicht ist es verständlich, dass jede der 23 Hexenbrut-Hexen zu einer individuellen Persönlichkeit im Showtreiben heranreifte. Nachwuchssorgen hat die verzaubernde Gruppe nicht: Mit Tanja Müller und Nadine Geide werden auch zwei Junghexen auf der Bühne der Harzlandhalle stehen.
„Jede Hexe besitzt zwei bis drei Kostüme, die sie meist auch selbst geschneidert hat.“ Nicht nur in den Nächten vor besonderen Auftritten wird da schon mal bis weit nach Mitternacht die Nähnadel benutzt. Aber was wäre eine wahre Wolfshäger Hexenbrut-Hexe ohne ein gekonnt grottiges Aussehen?
Das ist die Stelle, an der Hobby-Visagist und Berater Jan Abraham die Turnhalle betritt. Wie man eine Frau binnen Sekunden in eine Furie verwandelt, wissen sicherlich die meisten Männer. Aber aus einer Frau in 20 Minuten eine Wolfshäger Hexe zu machen – das ist Kunst.
Abraham beherrscht diese Kunst. Und er gibt gerne Tipps: „Falten immer in braun schminken – das wirkt natürlicher als schwarz.“ Wenn er zum Make-up greift, sind Botox und Facelifting ungenannte Fremdwörter. „Schminkt die Augenpartie niemals schwarz. Dann seht ihr aus wie in Uhu.“ Make up immer tupfen und niemals schmieren. Und durch Schwamm-Tupfer lassen sich herrliche Hautunreinheiten darstellen, gibt er den Mädels mit auf den Weg.
Am Tage der Fernsehaufzeichnung werden sich wegen des Zeitfaktors – alle Hexen selber schminken müssen. Nach 20-minütiger Intensivbehandlung ist „Opfer“ Astrid Ermrich (46) um sichtbare 40 Jahre gealtert. „Ich hoffe, das ist kein Permanent Make-Up“, kommen ihr beim Blick in den Spiegel erste Zweifel. „Astrid, du siehst echt krank aus“ – jubeln die anderen Hexen. Das ist in diesem Fall ein echtes Kompliment.
Harzfest in Hahnenklee: Hexen, Höhenvieh und Harzer Heimatklänge
HAHNENKLEE. Wer Höhenvieh Katja und Wille streicheln möchte, sich beim Schabernack mit der Wolfshäger Hexenbrut so richtig wohlfühlt oder einfach nur schwungvolle Abba-Rhythmen im Kurpark hören will, ist in Hahnenklee genau richtig. Der Oberharzer Kurort lädt für Samstag und Sonntag zum 18. Harzfest ein.

„Dieses Harzfest wird ein fulminantes Fest“, hatte Michael Bitter, Chef der ausrichtenden Hahnenklee Tourismus Marketing (HTM), bereits vorab im GZ-Interview verkündet. Mehr als 70 Stände, die besondere Angebote aus dem Harz präsentieren, dazu am Samstag ein spätabendliches Höhenfeuerwerk vor der Kurteich-Kulisse und am Sonntag der Harzer Jodelwettstreit, der ebenfalls neu im Programm ist – die Organisatoren sehen nicht nur in diesen Punkten mehr als ein Trostpflaster für das Streichen des traditionellen Festumzuges.
Neben den zahlreichen vor allem musikalischen Angeboten hat die HTM auch für Spaß rund ums Fest gesorgt. So soll die Wolfshäger Hexenbrut am Samstag ab 12 Uhr dem einen oder anderen Besucher einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen. Mit einem guten halben Dutzend Langnasen will Oberhexe Antje Wedde erscheinen – und die beiden Gefährte „Höllenwolf“ und „Knatterfürzchen“ sind auch dabei.
Aus Langelsheim schauen Kuh Katja und ihr im Juni geborenes Kalb Wille vorbei. Besitzer Josef Spahn hat tatkräftig geholfen, das Rote Harzer Höhenvieh vor d
em Aussterben zu bewahren. Mittlerweile ist seine Herde auf 18 Tiere angewachsen. Das Hahnenklee-Duo freut sich auf Streicheleinheiten.
Was ist sonst noch im Angebot? Die Harzer Schmalspurbahn schickt ihre Kinder-Dampfeisenbahn, damit sich der Nachwuchs einmal als Lokführer versuchen kann. Das Team vom Rammelsberger Bergbaumuseum zeigt, wie früher das Münzprägen funktioniert hat – wenn Gelddrucken doch auch so einfach wäre. Der Harzer Knappenverein und das Technische Hilfswerk aus Goslar haben einen Türstock im Gepäck – die Holzkonstruktion diente zur Absicherung der Stollen.
Auf dem mobilen Barfußpfad des Nationalparks Harz können Besucher mit verbundenen Augen wandeln und raten, auf welchem Untergrund sie sich gerade bewegen. Einen Harvester stellt die Truskaller GmbH zur Besichtigung aufs Gelände. Ein Schminkteam zaubert den kleinen Besuchern viel Farbe ins Gesicht – eben ein buntes Fest.
Quelle: Goslarsche Zeitung vom 30.07.2010 von Frank Heine
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Walpurgis mit Gisele,"beFour" und Teufels-Gefährt

Walpurgis mit Gisele,„beFour“ und Teufels-Gefährt
Hexen wird es überall im Harz geben. Und in Wolfshagen hat die heimische Hexentanzgruppe ein extra angefertigtes Gefährt vorgestellt: Es wird in der Walpurgisnacht den Teufel beim Hexenfest im Wolfshäger Kurpark vorfahren.
Quelle: Goslarsche Zeitung vom 17.04.2009 von Andreas Gereke, Foto: WebGoTec
 
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